Projekt der AWO Koblenz. Sozialministerin Dörte Schall übergab am Freitag einen entsprechenden Förderbescheid an den AWO Kreisverband Koblenz. Auch die Koblenzer Landtagsabgeordnete Anna Köbberling nahm an der Übergabe teil. Sie engagiert sich bereits seit Längerem für den Housing-First-Ansatz.

„Housing First erreicht Menschen, die durch bestehende Hilfesysteme häufig nicht mehr erreicht werden“, erklärte Köbberling. „Wer über längere Zeit wohnungslos ist, braucht zuerst Stabilität und ein eigenes Zuhause. Dadurch gewinnt man seine Würde und sein Selbstbewusstsein zurück und ist dann bereit für weitere Schritte. Genau hier setzt das Projekt mit einem überzeugenden und zugleich sehr menschlichen Ansatz an.“

Das Projekt vermittelt seit April 2023 langzeitwohnungslose Menschen dauerhaft in eigenen Wohnraum und begleitet sie anschließend individuell im Alltag. Unterstützt wird unter anderem bei gesundheitlichen Problemen, im Umgang mit Behörden oder beim Zugang zu sozialer Absicherung. Die Betreuung orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Betroffenen und bleibt auch bei einem Wohnungswechsel bestehen.

Wie der Geschäftsführer der AWO, Michael Bungarten, sowie die Projektbetreuer Manfred Abu-Odeh und Dennis Faßbender erläutern, leben in Koblenz rund 500 wohnungslose Menschen, etwa 50 davon dauerhaft auf der Straße. Vielen Betroffenen fehlt ohne festen Wohnsitz der Zugang zu Arbeit, medizinischer Versorgung oder einem geregelten Alltag.

„Die Erfahrungen in Koblenz und an anderen Orten zeigen, dass Housing First funktioniert“, so Köbberling. „Deshalb ist es wichtig, erfolgreiche Projekte wie dieses langfristig abzusichern. Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO, die diese anspruchsvolle Arbeit jeden Tag mit großem Engagement leisten, aber auch der Koblenzer Wohnbau und Vonovia für die Bereitstellung der Wohnungen.“